Lesung mit Martin Büsser: Die meisten Subkulturen sind
»homosozial« geprägt, wie Matthew Bannister in
seiner Studie »White Boys, White Noise« herausarbeitet:
Sie bestehen aus hierarchischen, vorwiegend männlich
geprägten Strukturen. Dieser Befund gilt weitgehend auch
für die Punk- und Post-Punk-Szene. So wurde zum Beispiel die
amerikanische Hardcore-Szene zu Beginn der 1980er fast
ausschließlich von jungen Männern bestimmt. Nicht nur
Homosexualität wurde hier ausgeklammert, sondern Sexualität
an sich war kein Thema. Erst mit der Riot Grrrl- und
Queercore-Bewegung in den 1990er-Jahren erkämpften sich Frauen,
Lesben und Schwule innerhalb der Szene wieder Gehör. Die Frage
nach den Geschlechterverhältnissen im Punk ist deshalb so
komplex, weil es innerhalb der Punk-Bewegung schnell zu einer
Ausdifferenzierung gekommen war: Der Art-School-Punk bzw. Post-Punk
bevorzugt nicht nur musikalisch das Experiment, sondern hat seit Bands
wie den Slits und X-Ray Spex auch gegen konventionelle
Geschlechterrollen und Identitätsmodelle angekämpft. Der
orthodoxe Street-, Oi!- und später Hardcore-Punk wird dagegen
von einem konservativen Männerbild bestimmt, was so weit geht,
dass die Deutschpunk-Band Terrorrgruppe noch 1998 mit dem
schwulenfreundlichen Song »Neulich Nacht« bei vielen Fans
auf Ablehnung stieß. Ein weiterer Themenkomplex ist die aus dem
Hardcore hervorgegangene Emo-Bewegung, die heute als weltweite
Jugendmode auftritt und von vielen anderen Jugendlichen wegen ihrem
androgynen Auftreten abgelehnt wird. Wie kommt es, dass
Androgynität in unserer Zeit noch ein solches
Provokationspotenzial in sich birgt? Homepage
Monochrome: MONOCHROME an diesem Abend, das passt wie
die Faust aufs Auge. In der oben erwähnten Essay-Sammlung
„Emo“ von Büsser befindet sich auch der Versuch (und
mehr kann es nicht sein) einer Emo-Diskographie, in der auch
MONOCHROME genannt werden: „Aus Dawnbreed erwachsene deutsche
Band, die auf hohem technischen Niveau Emo hierzulande
salonfähig machte, dabei die rockige Variante a la Jawbox mit
weiteren Elementen wie Doppelgesang-Männlein/Weiblein verband und
bis heute erfolgreich blieb.“ Was soll man da noch mehr sagen?
Das hier vielleicht: Mittlerweile sind die Musiker über ganz
Deutschland (und die Schweiz) verteilt, weswegen wir uns umso mehr
freuen, einen ihrer seltenen Auftritte präsentieren zu können. Homepage Myspace
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