Forschungsprojekt ReduFix ambulant
Freiheitseinschränkende Maßnahmen im häuslichen Pflegeumfeld sind ein Tabu. Dass sie vorkommen, ist bekannt, aber über ihre Verbreitung, Erscheinungsformen und Strategien zur Rechtfertigung gab es hierzulande bislang keine gesicherten Erkenntnisse.
Die liefert jetzt das Forschungsprojekt ReduFix ambulant. Seit 2009 wurden Daten sowohl im städtischen (Frankfurt/Main) als auch im ländlichen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) Raum erhoben. Zu der Thematik befragt wurden über 2.000 Pflegekräfte sowie rechtliche BetreuerInnen und Beratungskräfte. Die Erhebungen werden ergänzt durch qualitative Interviews mit VertreterInnen relevanter Berufsgruppen.
Die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg haben in Kooperation mit ReduFix ambulant Daten zu freiheitseinschränkende Maßnahmen in privaten Haushalten erhoben. Ausgewählte Fallstudien-Haushalte wurden durch CaseManagerinnen für das Thema sensibilisiert und in der Suche nach Alternativen unterstützt. ReduFix ambulant stellt Schulungsmodule für Ärzte, professionelle Pflege- und Bertungskräfte sowie Angehörige bereit.
Im Fokus des dreijährigen Projekts, das die Evangelische Hochschule Freiburg und die Fachhochschule Frankfurt/Main zusammen mit Praxispartnern im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt hat, stehen die Rechte älterer Menschen mit Pflege- und Hilfebedarf und die Verbesserung ihrer Lebensqualität. Besonders deutlich wird das auf zwei Handlungsfeldern: Zum einen wurde Wert darauf gelegt, den wünschenswerten Einsatz betreuungsunterstützender Technik auch ethisch-rechtlich zu reflektieren. Zum anderen konnten Rechtsfragen, die mit freiheitseinschränkenden Maßnahmen im häuslichen Pflegeumfeld verbunden sind, anwendungsbezogen und rechtswissenschaftlich aufbereitet werden.